Auch bei Ihnen wird wieder einmal der Arzt als wesentlicher Kostenfaktor des Gesundheitssystems identifiziert. Dies ist zwar populär, aber nicht richtig. Schon immer verstoßen die Arbeitsbedingungen der Krankenhausärzte in der Regel massiv gegen alle Schutzvorschriften. Unbezahlte Überstunden und 36-Stunden-Dienste ohne Freizeitausgleich sind die Regel und nicht die Ausnahme.

Lösungen für die Ausgabenseite wären einfach, wenn nur politisch gewollt: Abschaffung der Hunderte von Primär- und Ersatzkassen mit den entsprechenden Kosten für Verwaltung und Werbung. Eine Einheitskrankenversicherung für alle (!), die die Kosten der "evidenzbasierten Medizin" ohne jede Zuzahlung trägt (einschließlich Standard-Zahnersatz und Brille). Der Patient, der darüber hinaus Kuren zur Steigerung des Wohlbefindens, die Verordnung von nicht gesicherten Methoden und nachweislich unwirksamen Medikamenten wünscht, soll sich privat zusätzlich versichern.

Dr. Andreas Lindner, Berlin

Sie schreiben, die fachärztliche Spezialbehandlung sollte zunehmend in Kliniken stattfinden. Nach der aktuellen Finanzierungspolitik der Krankenkassen muß man erhebliche Zweifel haben, daß eine ausschließlich stationäre Facharztbehandlung billiger kommt: Zum Beispiel wird ambulant die Operation einer Nervenkompression am Handgelenk (Carpaltunnelsyndrom) mit 341,- DM vergütet, in der stationären Kurzbehandlung mit 2933,- DM. Die ambulante Kurzzeitbehandlung einer schiefen Großzehe (Hallux valgus) ist den Krankenkassen künftighin 3152,- DM wert, der niedergelassene Chirurg erhält 445,- DM.

Dr. Peter Müller-Kengelbach Forchheim