Das Datum, "was ist damit?" Die grünen Augen gucken frech. 27. September - hmm, was für ein Wochentag das sei, "ach so, ein Sonntag", sie lächelt, dann sei der 27. "ein Familientag". Oder nicht? Das Telefon klingelt wieder.

Erst war es der Steuerberater. Nun ist es ein Herr der Telekom. Und auch später wird der Apparat nicht still sein. Alles dreht sich um ihren Friseursalon - also: mehr um diesen leeren Gewerberaum, hier um die Ecke, den sie am "Zehnten-Zehnten" eröffnen möchte, wenn die Bank "endlich!" dazu käme, den Kredit zu gewähren, ohne ihr gleichzeitig eine teure Lebensversicherung aufzwingen zu wollen ... Sie atmet schnell

die Gedanken hat sie nun wirklich woanders, als einem Datum Bedeutung abzuringen.

Sie verstehen?

Sie heißt Ramona Herer, ist 25, das Haar kurz geschnitten, kupfergefärbt, sie ist zierlich, etwas scheu, sitzt unruhig auf dem Sofa

sie ist verheiratet, hat Erziehungsurlaub, der Kleine, bald einjährig, ist heute bei ihrer Mutter, sie lebt in Rostock - und wäre das Land noch geteilt, sagt sie, würde sie diesen Traum vom eigenen Geschäft niemals träumen. "Die Selbständigkeit wurde in der DDR nicht gefördert"

vielleicht hätte sie einmal einen Salon geführt - nö, sagt sie: Friseurin im Friseursalon, "fertig, aus", kein Träumen von mehr, und vermutlich wäre sie damit sogar "ganz zufrieden" gewesen.