Den "Schumpeter der ZEIT" hat ihn sein Chefredakteur gerne genannt, als er noch bei dieser Zeitung war. Heute ist Nikolaus Piper Wirtschaftsredakteur der Süddeutschen Zeitung, und vielleicht nennen sie ihn dort bald den Jostein Gaarder der SZ - in Anlehnung an Gaarders Bestseller Sofies Welt über die Grundzüge der Philosophie. Denn Nikolaus Piper hat die Grundlagen der Ökonomie in einem Kinderroman verpackt.

Doch während Gaarder ein in der Gegenwart verankertes Märchen erzählt, schreibt Piper einen Wirtschaftskrimi mit märchenhaften Momenten. Und während der Philosoph an das Ende jedes Kapitels eine kleine Lektion plaziert, versucht der Ökonom, den Lehrstoff ganz in die Geschichte einzuweben. Piper stellt sich die schwerere Aufgabe, und Jungleser werden es ihm danken. Er richtet sich weniger an die Erwachsenen, die mit Gaarders Lektionen bequem ihr Schulwissen auffrischen können.

Zur Geschichte: Felix und Peter, Kinder von zwölf Jahren, wollen reich werden. Gemeinsam mit einer Freundin gründen sie die Servicefirma Heinzelmännchen & Co. Sie mähen Rasen, fahren Brötchen aus, investieren in Hühner, um Eier zu verkaufen. Ihr Berater ist der Musikalienhändler Adam Schmitz (Achtung: Ähnlichkeiten sind nicht zufällig!), der den Kindern alles über Wirtschaft beibringt. Wie Geld entsteht, was eine Investition ist, wie doppelte Buchführung geht, wie ein Markt funktioniert, was Wettbewerb bedeutet, warum dynamische Unternehmer wichtig sind. Und vor allem: wie die Börse arbeitet. So richtig reich werden die Jungunternehmer zunächst nicht.

Dann finden sie aber einen Goldschatz in einem Klarinettenkasten, der ihnen eine fünfstellige Summe beschert und sie auf die Spur des Juden Martin Friedmann bringt, der vor dem Krieg nach Amerika geflüchtet war und dort sein Glück gemacht hat.

Schmitz zeigt den Kindern die Frankfurter Börse, und durch Aktienspekulation verdoppeln sie ihr Vermögen in kürzester Zeit. Dann investieren sie erneut, diesmal aber ohne Adam Schmitz zu fragen - und gehen prompt einer Frankfurter Betrügerbande auf den Leim. Ihr schönes Geld ist futsch. Die Polizei ist nicht die Kompetenteste. Also versuchen die Kinder auf eigene Faust, die Verbrecher zu schnappen. Hilfe finden sie bei einer jungen Börsenmaklerin und ihrem Freund, dem Privatdetektiv.

Ach ja, Felix' Vater, der Wirtschaftsredakteur, ist zwischenzeitlich arbeitslos geworden, weil seine Zeitung an Mißmanagement zugrunde ging. Doch da weiß der Besucher Friedmann Rat, den die Kinder zu einer Reise in die Heimat bewegen konnten.

Und mehr, über erste Liebe und Ehestreit etwa, über gemeine Konkurrenten und mutige Freunde - mehr wird hier nicht verraten.