Alle sind sich sicher: Der Aufschwung kommt. Nur wann, darüber wird noch gerätselt. Hektisch reagieren mittlerweile die Halbleiterhersteller auf die Krise im Chipgeschäft. "1998 wird als einer der schlimmsten Einbrüche in die Annalen der Halbleitergeschichte eingehen", prophezeit das Fachblatt Markt&Technik in seiner jüngsten Ausgabe. Angesichts der unberechenbaren Schwankungen auf dem Markt lägen die Nerven im Topmanagement vieler Chipanbieter blank.

Besonders hart getroffen hat es bislang die Hersteller von DRAMs sie zählen zur Standardware unter den Speicherbausteinen. Deren drastischer Preisverfall sorgte beispielsweise beim Münchner Elektroriesen Siemens für einen dramatischen Gewinneinbruch. Gehörte die Sparte vor zwei Jahren noch zur größten Ertragsquelle des Konzerns, bescherte sie ihm mittlerweile einen Rekordverlust. Um zu retten, was noch zu retten ist, beschloß Siemens inzwischen, das erst vor gut einem Jahr eingeweihte Chipwerk in Nordengland stillzulegen.

Auch der niederländische Philips-Konzern holte sich in den vergangenen Monaten einige Blessuren. Gleichwohl überstand er die Turbulenzen bisher recht gut. Als einer der maßgeblichen europäischen Chiphersteller gehört er auch weltweit zu den zehn größten Anbietern der Branche. Noch im vergangenen Jahr verdoppelte sich sein Betriebsergebnis in dieser Sparte.

Der Grund für die unterschiedliche Entwicklung der beiden Chipproduzenten: Philips wählte einen anderen Produktmix als Siemens. Während die Münchner auf Speicherchips setzten, nahmen die Niederländer die Massenware rechtzeitig aus ihrem Programm. Philips baut sogenannte Logik-Chips, die Geräte der Unterhaltungselektronik oder der Telekommunikation steuern.

Gleichwohl hat auch Philips ein Problem: Es wird immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.