"Auf" Kampnagel in Hamburg ist, wenn nicht alles, so doch vieles neu. Fünf Millionen Mark hat der Umbau von Deutschlands bekanntester Plattform für Performance, Tanz und freies Theater gekostet. Die Hallen wurden entrümpelt. Die Wände sind nun weiß - und das stößt auf Kritik, scheint manchem aus den Gründerjahren verdächtig wie eine Bügelfalte. Das Neue aber ist plausibel. Der "Charme des Provisorischen" (Kampnagel-Leiter Bosshart) war nicht mehr konkurrenzfähig, seit, immer öfter, auch große Häuser Off-Produktionen spielen. Der Wert des Neuanfangs mißt sich am Programm. Die ersten Premieren, Dumb Type aus Japan und der sperrige Körperkünstler Stelarc, haben bewiesen, daß Kampnagel nach wie vor Eigenes bietet.