Nach 10 Jahren 352 Künstlermonographien: das ist die stolze, krumme Summe eines Unternehmens, das 1988 von den Münchner Verlagen Weltkunst und Bruckmann gegründet wurde. Das Kritische Lexikon der Gegenwartskunst stellt die bildende Kunst seit 1945 in der ungewöhnlichen Form einer Loseblatt-/Heftsammlung vor, wie man sie sonst eher von juristischen Publikationen kennt. Der Vorteil dieser Essays, die durch ein Blatt mit biographischen Angaben ergänzt werden, gegenüber einem kompakten Lexikon mit Verfallsdatum: hier lassen sich die einzelnen Beiträge nach einer gewissen Zeit aktualisieren und neue Namen ins Alphabet hineinschieben. Da die Zahl der Autoren so bunt ist wie die der Künstler, entfallen die Monotonie des einheitlichen Stils und der Zwang zum vergleichenden Notenverteilen. Das Lexikon erscheint viermal jährlich mit insgesamt 32 Monographien und kostet im Abonnement, inklusive Sammelordner, pro Jahr 198 Mark. Lothar Romain und Detlef Bluemler, die Gründungsherausgeber, gehen mit gut 250 weiteren Namen wohlgemut ins zweite Jahrzehnt.