Überall bröckelt's: Zwar ist das öffentliche Interesse am Bauen und Planen so lebendig wie schon lange nicht mehr, doch niemand will dafür noch Geld ausgeben. So weiß das Deutsche Architektur Zentrum in Berlin nicht, ob es das nächste Jahr noch erleben wird. Die renommierte und weltweit einzigartige Architekturgalerie Aedes in Berlin klagt ebenfalls über schrumpfende Einnahmen und muß sich deutlich verkleinern. Und nun noch das: Das Deutsche Architektur-Museum (DAM) in Frankfurt verliert seinen Direktor. Wilfried Wang will aufhören, wenn sein Vertrag im Jahr 2000 ausläuft. Er habe es satt, so hört man, mit der Stadt Frankfurt um den immer knapperen Etat zu feilschen. Und er hat auch keine Lust mehr, auf Empfängen und Banketten den Sponsoren hinterherzulaufen. Diese werden immer knauseriger mit ihren Gaben und immer aufdringlicher in ihren Forderungen nach Selbstdarstellung (wie man bei einigen der letzten Ausstellungen sehen konnte). Gleichzeitig türmen sich die Schulden im DAM: 1997 waren es 360 000 Mark, in diesem Jahr werden es fast 600 000 sein. Ohne Kopf und ohne Kasse steht das Museum da - als wäre es bereits ein Haus auf Abbruch. Doch wer über Schließung nachdenkt, egal, ob in Berlin oder Frankfurt, darf sich über vermurkste Architektur und seelenlose Städte nicht beschweren. Wir brauchen diese Foren, in denen das Bauen eine Öffentlichkeit findet. Ohne sie bröckelt's: im Bewußtsein.