Austern bekommen Konkurrenz: Chemikern der Universität Mainz ist es gelungen, Perlen im Reagenzglas herzustellen (Angewandte Chemie, Bd. 18, S. 2469). Wie natürliche Perlen bestehen auch die künstlichen aus Kalkspat, einem Kalziumcarbonat. Im Labor bildet diese Substanz gewöhnlich allerdings kantige Kristalle. Um die gewünschte runde Form zu erhalten, mußten die Wissenschaftler deshalb einen Trick anwenden: Sie beschichteten mikroskopisch kleine Goldkügelchen dünn mit einer organischen Verbindung, die auf den wohlklingenden Namen Parasulphanylphenol hört. Auf ihr schied sich der Kalkspat ab und wuchs zu Kugeln weiter. Noch sind die künstlichen Perlen zwar recht klein und zerbrechlich. Doch die Forscher denken bereits über Anwendungen nach: Mit ähnlichen Techniken möchten sie auch Zähne und Knochen aus natürlichem Material erzeugen.