Bill Clinton hat die Lewinsky-Affäre überstanden: Nach der Wahlschlappe der Republikaner ist das Impeachment kein Thema mehr. Noch vor drei Monaten sah das ganz anders aus, und als die USA am 20. August eine chemische Fabrik im Sudan bombardierten, lag der Verdacht nahe, Clinton wolle nur von seinen Sorgen ablenken. Die USA behaupteten, das Werk habe Giftgas für den Terroristen Bin Laden hergestellt. Der Sudan stritt den Vorwurf vehement ab. Hinter vorgehaltener Hand äußern heute selbst hohe Beamte in den USA Bedenken. "Ich bin nicht überzeugt von den Beweisen", sagt einer. - "Die Aktion war ein Fehler", ein anderer. Die Argumentation derjenigen, die den Angriff überhaupt noch rechtfertigen, könnte mittlerweile weicher kaum sein: "Die Fabrik hat Verbindungen zum Militärisch-Industriellen Komplex des Sudan, und der hat Verbindungen zu Bin Laden." Doch wer will das heute noch wissen?