Der Autor will wohl suggerieren, daß zu viele Fernreisende keine medikamentöse Malariaprophylaxe unternehmen. Tatsächlich aber sagt der Satz "Rund die Hälfte der deutschen Malariapatienten war ohne medikamentöse Prophylaxe in die Tropen gereist" nichts über den Sinn oder Unsinn einer Malariaprophylaxe aus, da Angaben über den Anteil der Reisenden in Malariagebiete, die sich einer Prophylaxe unterziehen, fehlen. Nur wenn der Anteil der Reisenden mit Prophylaxe hoch ist (weit über 50 Prozent), kann man daraus den Schluß ziehen, daß eine Prophylaxe sinnvoll ist (wovon ich persönlich ausgehe).

Wäre der Anteil der Reisenden mit Prophylaxe nahe 50 Prozent, so würde das heißen, daß die Prophylaxe nutzlos, bei einem Anteil unter 50 Prozent sogar, daß sie das Risiko, an Malaria zu erkranken, erhöht.

Übrigens konnte ich den Beitrag in meiner Statistikvorlesung verwenden, um die Studenten darauf aufmerksam zu machen, wie kritisch statistische Angaben gelesen werden sollten.

Prof. Dr. Heinz-Uwe Kueenle Universität Cottbus