Unternehmen sollten systematisch nach Ideen suchen", rät Tom Sommerlatte, Chairman der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Inzwischen kommen zu der Beratungsfirma viele Firmen, die in den vergangenen Jahren bereits ihre Organisation rationalisiert, Kosten reduziert und die Ertragslage verbessert haben: "Und jetzt stellt sich den Managern auf einmal die Frage: Mit welchen Produkten verdienen wir in drei Jahren unser Geld?"

In vielen Unternehmen bestimmt der Zufall das Schicksal von guten Ideen, oft gehen Produktideen schon zwischen Außendienst und Zentrale verloren. "Wir raten zur Einrichtung von Innovationsteams, in denen Mitarbeiter aus Forschung, Entwicklung, Produktion und Marketing mitarbeiten", sagt Sommerlatte, "die Teams müssen dann alle Ideen sammeln und bewerten."

Diese Gruppen sollen den Mitarbeitern auch Anregungen geben, auf welchen Gebieten Innovationen besonders große Marktchancen versprechen - um der Gefahr vorzubeugen, daß die Phantasie der Mitarbeiter nur um geringfügige Verbesserungen des Althergebrachten kreist. "Unternehmer, die einen Mangel an revolutionären Innovationen beklagen, sollten sich zuerst fragen, was daran das Positive sein könnte", rät Betty Zucker vom Gottlieb-Duttweiler-Institut, "wer wird durch die fehlenden Ideen nicht aus der Ruhe gebracht? Welche Chefs bleiben weiterhin ungestört? Ist die Effizienz-Steigerung vielleicht so weit perfektioniert, daß es für Veränderungen keinerlei Pufferzonen mehr gibt?"

Unternehmern, die wirklich das Neue wollen, rät Zucker dreierlei:

- Beschäftigen Sie sich als Manager sichtbar mit Zukunftsfragen, und zwar nicht nur an den drei Strategietagen pro Jahr. Geben Sie Ihren guten Mitarbeitern ebenfalls Zeit dafür.

- Fragen Sie in der Konferenz nicht nur nach den Zahlen des letzten Quartals, sondern: Wer sind die guten Leute? Was sind die begeisternden Ideen? Wie werden sie umgesetzt?

- Prämieren Sie den Mitarbeiter, der den Fehler gefunden hat, aus dem die Firma am meisten lernen konnte.