Daß Deutschlands Ärzte Melkkühe der Nation sind, wie der gesundheitspolitische FDP-Sprecher Dieter Thomae entrüstet feststellt, ist eine neue Sicht der Dinge. Hat Thomae sich im Lobbyistennetz seiner Ärzteklientel verfangen? War es gar nicht er selbst, der bisher die stetig steigenden Gesundheitsausgaben beklagt hat? Irgendwo muß das Geld ja geblieben sein.

Andererseits möchte man dem netten Thomae auch nicht zu nahetreten, besteht doch die leise Möglichkeit, daß die Ärzte neuerdings ihre Patienten fürstlich dafür bezahlen, daß die überhaupt noch kommen.

Sorgfältige Recherchen belegen indes: auch von dieser Lesart des Geschehens gibt es nicht die geringste Spur. Vielmehr handelt es sich bei Thomaes Pressemeldung "Ärzte keine Melkkühe der Nation" um einen eklatanten Schreibfehler. Richtig hätte es heißen sollen: "Ärzte melken die Kuh Nation".