Für den Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen und die fast 29 000 Beschäftigten der Commerzbank hatte das Fusionsfieber im Finanzgewerbe bislang recht unangenehme Folgen: Immer wieder wurde das viertgrößte Kreditinstitut der Republik als Opfer einer feindlichen Übernahme gesehen.

Gegen dieses Risiko haben sich die Frankfurter nun bei der italienischen Assekuranz-Gruppe Generali versichert: Sie beteiligt sich mit 5 Prozent an der Commerzbank, die umgekehrt 2,5 Prozent am viertgrößten europäischen Versicherer übernimmt. Damit weiß die Commerzbank künftig einen starken Partner an ihrer Seite, der sie gegen unliebsame Angriffe schützen dürfte.

Dieses Rezept hat allerdings ganz erhebliche Nebenwirkungen für Dritte. Denn das neue Duo hält zusammen zehn Prozent an der Banca Commerciale (BCI) in Mailand und kann damit die Deutsche Bank ausbremsen, die kürzlich - zu Kohlhaussens Ärger - ebenfalls bei der BCI eingestiegen ist.

Auch hierzulande wirkt sich der Pakt folgenreich aus: Bislang arbeitete die Commerzbank eng mit der Versicherungsgruppe DBV-Winterthur zusammen, an der sie mit 15 Prozent beteiligt ist. Diese Verbindung wird nun jedoch hinfällig, da das Geldhaus künftig Policen der deutschen Generali-Tochter Aachen-Münchener (AMB) verkaufen wird. DBV-Winterthur muß sich also einen neuen Vertriebspartner suchen.

Probleme ergeben sich auch noch auf anderen Feldern: So muß die AMB nun, wie schon angekündigt, schleunigst ihren Anteil von 25 Prozent an der BfG-Bank verkaufen. Hier hat übrigens die Deutsche Bank ihr Interesse signalisiert. Überschneidungen ergeben sich außerdem noch im Bauspar-Geschäft: Zur AMB gehört die Badenia, die Commerzbank ist an der Leonberger beteiligt.

Und schließlich stellt sich die Frage, was mit der Deutschen Vermögensberatung (DVG) geschieht. Die AMB hält knapp die Hälfte des Kapitals der Frankfurter Strukturvertriebsgesellschaft. Deren Drückerkolonnen verkaufen aber in großem Stil Produkte der Dresdner Bank, also eines Konkurrenten der Commerzbank.