DIE ZEIT: Frau Graf, unter einem vorweihnachtlichen Spaziergang durch Heidelberg stellt man sich gemeinhin etwas anderes vor. Rastlos eilen Sie durch die Gassen. Können Sie nicht langsamer?

STEFFI GRAF: Nein. So bin ich schon immer gewesen. Das ist angeboren. Ich habe immer versucht, alles schneller zu machen, übrigens auch, die Tennisbälle schneller aufzusammeln als die anderen.

GRAF: Nein, insofern hätte ich gerne in den sechziger Jahren gespielt. Weniger Unterbrechungen, das hätte mir mehr zugesagt.

ZEIT: Sie waren in diesem Jahr und in dem davor monatelang verletzt, haben mehr Zeit in Wartezimmern von Orthopäden verbracht als auf Tennisplätzen. Haben Sie die Konkurrenz währenddessen unter Beobachtung gehabt?

GRAF: Nein, Tennis im Fernsehen verfolge ich nicht. Ein Blick in die Ergebnisliste genügt mir.

ZEIT: Statt dessen haben Sie lieber trainiert, sich geschunden, daß sich besorgte Tennisfreunde in Deutschland schon fragten: Warum tut sie sich das mit ihren 29 Jahren noch an?

GRAF: Es hat sich nichts daran geändert, ich liebe dieses Spiel, und mit Sicherheit nicht nur deshalb, weil ich niemals wieder etwas so gut können werde wie Tennis ...