Protokoll des Einsatzes eines Bremer Notarztwagens (NAW), leicht gekürzt:

Um 20.12 Uhr geht in einer Rettungsleitstelle in Bremen folgender Notruf ein: "Person spuckt Blut, ist nicht mehr ansprechbar." (...) Um 20.18 Uhr öffnet Frau L. mit den Worten: "Ich glaube, mein Mann ist tot!" (...)

Der Ehemann Herr L. liegt bäuchlings in einer größeren (Menge ca. 0,5-1,0 Liter) geronnenen Blutlache. Das Waschbecken, vor welchem der Mann liegt, ist ebenfalls mit einer größeren Blutmenge behaftet bzw. gefüllt (ca. 0,5 Liter). Die Untersuchung des Mannes durch den Notarzt bestätigt die Annahme der Ehefrau. Nach Drehen des Mannes in Rückenlage sind im Gesichts-Hals-Bereich sowie am Bauch Livores (Totenflecke) sichtbar, die sich noch wegdrücken lassen. Eine äußere Verletzung läßt sich nicht feststellen. Die Herkunft der Blutung (z. B. gastro-intestinal oder bronchial) läßt sich durch den äußeren Aspekt nicht erkennen. Anhand der bereits ausgeprägten Todeszeichen ist der Exitus letalis ca. vor 30 min eingetreten. (...)

(...) Auf die Frage nach Vorerkrankungen ihres Mannes nennt Frau L.: Herzrhythmusstörungen, Herzkranzgefäßerkrankung, chronische Bronchitis sowie erhöhte Blutzuckerspiegel (...).

Auf Befragung zum Verhalten des Ehemannes vor seinem Ableben gibt die Ehefrau relatives Wohlbefinden an, die Eheleute wollten (...) für 2 Wochen in Urlaub fahren, der Mann habe auch noch viele Pläne gehabt.

Die Befragung der Ehefrau wird beendet; es gelingt nicht, den zuletzt behandelnden Arzt bzw. den Hausarzt zwecks weiterer Befragung telefonisch zu erreichen.

Aufgrund des unerwartet plötzlichen Todeseintritts, der massiven Blutung unbekannter Quelle sowie der zeitlichen Diskrepanz zwischen Notruf und mutmaßlichem Todeszeitpunkt wird vom Notarzt im vertraulichen Teil der Todesbescheinigung angekreuzt: "Nicht geklärt, ob natürlicher oder nicht natürlicher Tod".