Die eigentliche Show fand erst statt, nachdem der Vorhang längst gefallen war. Vor rund einem Jahr war Regie-Sunnyboy Leander Haußmann im Opernfach ordentlich gefloppt und hatte sich zudem wegen der Umbesetzung von Cheryl Studer auch noch mit dem Haus verkracht. Seine Fledermaus an der Münchner Staatsoper entpuppte sich als Gummiadler. Daß die Münchner seine von Helmut Lehberg überarbeitete Inszenierung mit dem Vermerk "nach Leander Haußmann" nun wieder in den Spielplan gehoben haben, hat den Bochumer Intendanten zu deutlichen Worten bewogen. Die Verhältnisse an der Staatsoper seien "das Hinterletzte", befand der Gekränkte. "Für die Fledermaus gab man mir 80 Prozent ausländische Sänger, die nun Wiener Schmäh imitieren sollten." Solcherlei Schelte wollte Staatsoper-Intendant Peter Jonas nicht auf sich sitzenlassen und schlug in der SZ zurück: "Phantasie hat er, der Regisseur Leander Haußmann. Wie schade, daß er sie bei diesem Interview eingesetzt hat, aber nicht genug bei seiner Arbeit an der Fledermaus." Die von Jonas veranlaßte Nachbearbeitung jedenfalls hat der eh schon schwächelnden Inszenierung endgültig den Gnadenstoß versetzt. Wie heißt es für solche Fälle so schön in der Fledermaus: "Glücklich ist, wer vergißt, was doch nicht zu ändern ist."