Volvo, der schwedische Automobilhersteller, wird schon in diesem Jahr seine Unabhängigkeit verlieren und entweder mit dem italienischen Fiat-Konzern fusioniert oder von Ford, dem zweitgrößten amerikanischen Produzenten, übernommen - so jedenfalls lautet die Quintessenz aus der Gerüchteküche in Detroit, wo gerade die erste Automesse des Jahres stattfindet. Volvo-Manager traten diesen Spekulationen nur halbherzig entgegen und gaben ihnen dadurch neue Nahrung. Der amerikanische Statthalter der Schweden, Hans-Olov Olsson, betonte, daß Volvo als Automarke nicht vom Markt verschwinden werde. "Ich glaube an den Markennamen", sagte Olsson und fügte hinzu: "Jeglichen Eigentümer würde ich ermutigen, ihn zu unterstützen."

Besonderen Charme sehen Branchen-Insider in einer Verbindung zwischen Volvo und Fiat, weil es im Pkw-Geschäft beider Hersteller nur wenig Überschneidungen gibt. Fiat ist stark bei Kleinwagen und in den Märkten Südeuropas und Südamerikas. Volvo dagegen baut größere Modelle vor allem für Kunden in Nordeuropa und in den Vereinigten Staaten, wo die Italiener bisher überhaupt nicht vertreten sind. Besonders angeheizt wurden die Fusionsgerüchte durch Robert Eaton, der zusammen mit Jürgen Schrempp den Autokoloß DaimlerChrysler geschmiedet hat. Eaton kündigte in Detroit einen großen Deal zwischen zwei europäischen Herstellern "innerhalb der nächsten 90 Tage" an - freilich ohne Namen zu nennen.