Ich habe mit großem Bedauern und mit noch größerem Ärger lesen müssen, daß noch immer über 90 Prozent der ZEIT-Leserschaft Wessis sind. Was soll diese Feststellung bezwecken? Oder ist es schick und gehört zum guten Ton eines Verfassers, sich mit den Begriffen "Wessi" und "Ossi" einen Namen zu machen? Oder sind wir gemeinsam keine Deutschen und müssen durch solche Begriffe auseinanderdividiert werden? Ist das gewollt? Oder wird es nur nachgeplappert - gedankenlos ausgesprochen und genauso gedankenlos gedruckt? Damit werden keine inneren Mauern eingerissen - im Gegenteil, sie werden aufgebaut. Sollte es Ihrer Redaktion gelingen, diese beiden "Unworte" aus der ZEIT zu eliminieren, wäre dies ein Verdienst für den sprachlichen Umgang der Deutschen miteinander.

Gerhard Neuber Büdingen