Die letzte Nachricht war die schlechteste. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schloß jetzt den Reigen der Konjunkturprognosen für 1999 mit der Warnung, das deutsche Bruttoinlandsprodukt werde nur noch um 1,4 Prozent wachsen. Was tun? Die Experten vom DIW bleiben ihrer Tradition treu und rufen nach dem "Kurswechsel von einer einseitig angebotsorientierten Politik hin zu einer ausgewogeneren Strategie". Sie wollen die Binnennachfrage stützen, etwa durch Lohnerhöhungen, die nicht hinter dem Produktivitätsfortschritt zurückbleiben - am besten als Teil eines Bündnisses für Arbeit. Gar keine schlechte Idee. Statt wie üblich um den Ausgleich zwischen illusorischen Positionen zu feilschen, wäre das ein Maßstab dafür, wie das Wachstum zu verteilen ist. Auch diese Zahl wäre sicher umstritten. Aber um sie zu streiten lohnte sich allemal mehr als die üblichen Schaukämpfe zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern.