Mit halben Sachen ist das so eine Sache. Wer alles haben kann, gibt sich mit der Hälfte kaum zufrieden. Das klingt vernünftig, schließlich sättigt ein ganzes Brathähnchen auch mehr als nur der halbe Gockel. Millionäre allerdings sind dafür bekannt, statt Hähnchenhälften eher Kaviar zu speisen. Und spätestens seit Jahresbeginn dürfte den reichsten Deutschen der ganz große Appetit ohnehin vergangen sein: Sie sind die wahren Verlierer der Euro-Einführung. 225 000 sogenannte Vermögensmillionäre gab es vor der Währungsumstellung. Seit 1. Januar, Schlag Mitternacht, ist deren Vermögen rein rechnerisch nur noch die Hälfte wert. Und damit gibt es hierzulande nun etliche Millionäre weniger.

Was für ein Wehklagen wird das geben in den Golfklubs im Taunus oder am Starnberger See - dort, wo vor allem der Status zählt. Allen vom Euro gebeutelten Exmillionären zum Trost: Wer jetzt schon mit der neuen Währung zahlt, muß nur die Hälfte löhnen. Auch beim Mitgliedsbeitrag für den Golfklub. Und halbe Brathähnchen sind sowieso billiger als ganze Gockel.