Erst Eschede. Dann die ewigen Verspätungen. Nun auch noch Bombendrohungen. Die Deutsche Bahn steht unter Zugzwang. Sie reagiert prompt. Das Verspätungsdilemma löste die Bahn schon auf ganz elegant sozialistische Weise, indem sie die Zuglaufzeiten und den Aufenthalt in den Bahnhöfen verlängerte. Ein ICE braucht von Hamburg nach Frankfurt jetzt einfach zehn Minuten länger. So kommt man pünktlich zu spät. Nun haben die Eisenbahner noch ein neues Kundenmagazin für den Nahverkehr herausgegeben. Passenderweise heißt es Zugzwang und richtet sich ganz an die Jugend. Aufgemacht ist Zugzwang wie ein CD-Booklet: Vom Cover aus schaut Pop-Shooting-Star Xavier Naidoo den Leser versonnen an. Im Innern präsentieren junge Designer schicke Bahnwagen der Zukunft, die irgendwie ganz anders aussehen als die versifften Interregios der Gegenwart. Und Azubi Alfred verrät den Reiz des Bahnfahrens: "schöne Frauen". Alfred fährt auf der Strecke Mainz-Gonsenheim. Sollte man sich merken. Viel zu lesen gibt es in Zugzwang nicht. Aber es ist ja auch nur für den Nahverkehr ...