Wer es einmal getan hat, tut es immer wieder. Mit einer geliehenen Skiausrüstung wird der Winterurlaub viel erholsamer: keine Schlepperei, kein vollgepacktes Auto mit Dachträger, dafür aber jedes Jahr das neueste Modell. Das Ausleihen der Wintersportausrüstung eröffnet außerdem Abwechslung - heute ein Carvingski, morgen ein klassisches Modell, übermorgen zur Probe ein Snowboard. Und weil der Skimieter nur halb soviel Gepäck hat, reist er bequem mit dem Flugzeug in die Alpen.

In den USA haben 90 Prozent aller Wintersportler die Vorzüge des Skileihens erkannt, in Frankreich sind es 70 Prozent, in den deutschsprachigen Alpenländern bilden die Skimieter noch die Minderheit. 15 bis 20 Prozent aller hiesigen Ski- und Snowboardfahrer haben sich von den eigenen Brettern verabschiedet, schätzt man beim Liechtensteiner Anbieter Snowell. "Rent a ski" wird aber populärer: Vor zwei Jahren waren erst zehn Prozent auf den Geschmack des unbeschwerten Urlaubs gekommen. "Das Geschäft wächst langsam, aber stetig", sagt Udo Roland, Bereichsleiter beim Kölner Reiseveranstalter ITS. Es ist schwer, die Deutschen von ihren eigenen Ski abzuhalten. Das Sportgerät gilt immer noch als Statussymbol, auch wenn es das ganze Jahr im Keller steht.

Beim Preis schlägt der Leihski den eigenen Ski um Längen: Beim Buchen einer Pauschalreise von ITS bekommt man eine Basisausrüstung für 122 Mark pro Woche, ein Topset mit einem aktuellen Ski kostet 155 Mark. Stöcke und Schuhe sind darin enthalten, beim Topset kann man nach Belieben den Skityp wechseln und Snowboardtage einschieben.

Snowell verleiht an 400 Standorten in Frankreich, Italien, Österreich, Deutschland und in der Schweiz. Wer direkt in Liechtenstein bucht (Tel. 0041-75/236 56 69) zahlt in Deutschland und Österreich für ein Set ohne Schuhe 111, mit Schuhen für sieben Tage 169 Mark. Für Kinder ist die Hälfte des Preises fällig.

In der Hochsaison ist es ratsam, den Leihski zu reservieren. Das geht bei dem Verleiher Intersport zum Beispiel auch via Internet unter www.rentaski.com. Intersport hat über 80 Verleihstationen in Österreich (Grundausstattung von etwa 135 Mark an). Die Ski lassen sich in Deutschland auch beim Reiseveranstalter TUI im Rahmen eines Arrangements buchen. In ihrem Jugendprogramm Freeworld offeriert die TUI im Oetztal einen besonderen Service. Hier bringt der Freeworld-Guide die Ski ins Hotel. Und das Freeworld-Super-All-Inclusive-Paket enthält nicht nur Ausrüstung und Skikurs, sondern auch den Skianzug.

Die Hoteliers mühen sich ebenfalls um mehr Service und packen die Skiausrüstung in ihre Pauschalen. Viele Alpenhotels ersparen dem Gast damit den Gang ins Geschäft, der Leihski wartet bei der Ankunft bereits im Keller. Man bemüht sich außerdem um Familienfreundlichkeit: Kinder bekommen oftmals ihr Equipment gratis, wenn ein Elternteil Ski mietet.

Bei der Sicherheit muß der Skileiher keine Abstriche machen. In vielen Geschäften mißt der Computer die richtige Bindungseinstellung. Snowell verteilt außerdem eine Kundenkarte, die Fahrtstärke, Größe und Gewicht des Mieters speichert.