Die Gedanken sind frei, wer will sie verbraten?" fragt der Paderborner Informatiker Helmar G. Frank. Für ihn ist das Kopieren von Information die Sicherung eines Kulturgutes. Nicht jeder folgt dieser These. Den krassen Gegensatz dazu bildet ein Vorschlag aus Amerika zur Neuregelung des Copyrights: Jeder PC solle mit einer Warnung verkauft werden, nach welcher der Eigentümer über jede auf seinem PC gespeicherte Datei eine Copyright-Genehmigung des Rechteinhabers vorweisen müsse.

Jährlich steckt die Medienindustrie gigantische Summen in die Erforschung von Techniken, die ihre Werke gegen unerlaubtes Kopieren schützen sollen. Denn soviel hat die digitale Reproduktionstechnik seit Gutenberg gezeigt: Der Schutz geistigen Eigentums ist vor allem eine technische Frage. Bestes Beispiel dafür ist die aktuelle Diskussion um DVD-RAM - die neue wiederbeschreibbare Datenscheibe, die dereinst die herkömmlichen Videokassetten ablösen soll.

Bei der Musik gibt es ein ähnliches Problem. Firmen wie Diamond und Samsung haben Abspielgeräte auf den Markt geworfen, mit denen Musik aus dem Internet gehört werden kann. Diese Dateien im sogenannten MP3-Format werden einfach per Kabel in die Geräte kopiert. Die Musikbranche ärgert sich über diesen ungeschützten Standard und greift zu drastischen Maßnahmen: Im Internet veröffentlichende Musiker werden gezwungen, die Dateien wieder zu löschen. Und neuerdings sind auch die Hersteller von Computerspielen betroffen: Die Firma Connectix stellte ein Programm vor, mit dem sich die Software für die äußerst erfolgreiche Sony-Playstation auf Apple-Rechnern abspielen läßt - so könnte man sich um den Kauf der teuren Spezial-Hardware drücken. Sony will dagegen jetzt rechtliche Schritte einleiten.