In den meisten menschlichen Kulturen ist Promiskuität tabu und gilt als Hauptgrund für die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten. Anders bei Bienen: Manch eine Bienenkönigin paart sich auf ihrem Hochzeitsflug mit mehr als 20 Männchen. Den Sinn dieses emsigen Treibens deckten jetzt schweizerische Zoologen auf: Die Königinnen beugen durch die vielfältige Abwechslung beim Sex zukünftigen Krankheiten ihrer Nachkommen vor (Nature, Bd. 397, S. 151). Die Forscher an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich befruchteten einige Bienenköniginnen mit einheitlichem Sperma, andere mit dem Samen verschiedener Männchen. Es zeigte sich, daß die Bienenvölker, bei denen die Arbeiterinnen viele verschiedene Väter hatten, seltener von Parasiten befallen waren. Je unterschiedlicher die Mitglieder eines Bienenvolkes also sind, desto schwerer machen sie es Krankheitserregern, sich im Stock auszubreiten.