Es begann mit dem Kultfilm. Erinnere ich mich richtig, war der erste die Rocky Horror Picture Show, 1975. Da zog (und zieht) eine kleine, kostümierte Gemeinde von Fans sonnabends um Mitternacht in bestimmte Kinos und vollzog in Gestik und Gesang einen Klamauk, dessen Pointe darin bestand, daß er der immergleiche war - ein Ritual, tatsächlich, eine Art Kult, oder die Parodie eines solchen; das Wort war gar nicht schlecht. Und weil Kult so schön war und auch so einträglich, hagelte es bald Kultfilme. Bizarre Rituale brauchte es nicht. Manche Filme wurden von ihren Produzenten von vornherein zu Kultfilmen ernannt, und das hieß dann nur noch: Nicht richtig gut und ein Kassenschlager leider auch nicht, aber ein paar Unentwegte werden sich das schon ansehen, vielleicht sogar zweimal. Aus dem gleichen Schaum wurde der Kultautor geboren. Aber nun dies: "Manche (Unternehmen) erlangen gar schon Kultcharakter - allen voran Aldi." Und das ist nicht einfach ein Reklamespruch, sondern eine streng wissenschaftliche Erkenntnis: "Aldi-PCs seien ,schlicht kultig'", erklärte nämlich der Kult-, pardon "Trendforscher Matthias Horx".