Im Mittelalter und in der Renaissance wurde Arsen meist mit finsteren Hintergedanken verabreicht. Das tödliche Gift geriet erst aus der Mode, als es mit modernen Analysemethoden nachweisbar wurde. Jetzt könnte sich dem verrufenen Stoff eine neue Karriere als Medikament eröffnen. Als Arsentrioxid hilft er offenbar gegen eine bestimmte Form des Blutkrebses, teilen amerikanische Wissenschaftler mit (The New England Journal of Medicine, Bd. 339, S. 1341). Bei elf von zwölf Patienten, die an einer sogenannten akuten Promyelozyten-Leukämie litten, bildete sich das Leiden zurück. Damit bestätigen die Amerikaner ältere Beobachtungen chinesischer Forscher. Der Wirkmechanismus ist allerdings noch ungeklärt.