So haben sich die Vorreiter der Liberalisierung die Enwicklung auf den Postmärkten in Europa wohl nicht vorgestellt. Die Exmonopolisten schicken sich an, ihre privaten Wettbewerber zu schlucken. Jüngstes Beispiel: Parcelforce Worldwide, der Paketdienst der britischen Staatspost, übernimmt den deutschen Paketdienst German Parcel. Zuvor hatte schon die französische Post kundgetan, unter anderem beim Deutschen Paketdienst (DPD) einzusteigen.

Die Expansion bedeutet auch, daß Briten und Franzosen nun ganz gezielt die Deutsche Bundespost auf ihrem Heimmarkt attackieren. Nach einer langen Schonzeit zögern die staatlichen Postbetriebe also nicht mehr, in die traditionell abgeschotteten Märkte der Nachbarstaaten einzubrechen.

Auch der Chef des Gelben Riesen, Klaus Zumwinkel, ist im Kaufrausch. Sein jüngster Coup: Er übernimmt die Mehrheit des italienischen Expreß- und Paketunternehmens MIT. Erst im Dezember hatte er den Kauf des schweizerischen Logistikkonzerns Danzas angekündigt. Und in Großbritannien verleibte sich die Deutsche Post bereits einen Teil des Paketdienstes Securicor ein. Außerdem ist sie an dem internationalen Expreßdienst DHL beteiligt.