Stanley Coren: Die unausgeschlafene Gesellschaft; Rowohlt Verlag, Reinbek 1999; 448 S., 45,- DM Die Ölkatastrophe der Exxon Valdez in Alaska, die Explosion des Spaceshuttles Challenger, das Desaster von Tschernobyl - an alldem war nach Meinung von Stanley Coren nur die Übermüdung der jeweiligen Crews schuld. Der amerikanische Psychologieprofessor ist zum Kampf gegen die allgemeine Unausgeschlafenheit angetreten. Anhand vieler Beispiele belegt er, wie wichtig das Ruhen in Morpheus' Armen ist: Manche Vögel schlafen im Flug, Fische beim Schwimmen, und manche Spezies hat sogar die Kunst kultiviert, mit einer Gehirnhälfte zu schlummern, während die andere wach bleibt. Nur Homo sapiens hat die Glühbirne erfunden und scheint damit den Schlaf abschaffen zu wollen. Doch Coren gibt uns das Recht auf Müdigkeit zurück. Na denn, gute Nacht. Gero von Boehm: Odyssee 3000 - Reisen in die Zukunft; C. Bertelsmann Verlag, München 1998; 256 S., 44,90 DM Der Fernsehjournalist Gero von Boehm ist um die Welt gereist und hat allerlei Forscher besucht, die an der Zukunft werkeln: Gentechniker und Reproduktionsmediziner, Computerexperten und Robotiker, Städteforscher und Artenschützer. Von Boehm möchte Bilanz ziehen und "Zusammenhänge zwischen den Megatrends" herstellen, die das neue Jahrtausend prägen. Seine Odyssee durch die Labors gerät zum bunten Bilderbogen, leicht verständlich und unterhaltsam, wenn auch mit kritischen Zwischentönen. Am Ende seiner ausgedehnten Recherchereise kommt von Boehm zu der Erkenntnis: "Niemand kann vorhersagen, was die Zukunft wirklich bringt." Das wußten wir freilich schon vorher.