Ein ganzes Jahrzehnt haben die Europäer benötigt, um sich zu einer gemeinsamen Währung durchzuringen. Volksabstimmungen, endlose wirtschaftswissenschaftliche Dispute, gerichtliche Klagen haben den Euro gebremst. Doch kaum ist das neue Geld im bargeldlosen Zahlungsverkehr eingeführt, da geht die Sache nicht mehr schnell genug. Plötzlich wollen alle den Euro schon vor dem 1. Januar 2002 bar auf die Hand. Im Zeitalter des Plastikgeldes wirkt das wie ein leicht anachronistischer Wunsch. Die Europäische Zentralbank hat sich strikt gegen die beschleunigte Ausgabe von Euro-Münzen und Euro-Noten ausgesprochen, und sie hat ein schwer zu widerlegendes Argument für diese Geldpolitik der besonderen Art: Druckereien und Prägeanstalten werden es schlicht nicht schaffen, Europa früher mit Barem zu versehen. Was von der Debatte bleibt, ist schöne Symbolik: ein starkes Votum der Europäer für ihre neue Währung.