Da wird sich Finanzminister Oskar Lafontaine freuen: Die Bodenverwertungsund -verwaltungs GmbH (BVVG) überweist ihm für das vergangene Jahr knapp 400 Millionen Mark. Die BVVG in Berlin hat die Aufgabe, die ehemals volkseigenen Felder, Wiesen und Wälder in den neuen Bundesländern zu verkaufen. Um auch die weniger attraktiven Objekte loszuschlagen, ist sie um Einfälle nicht verlegen. Schlösser und Herrensitze bot sie in bunten Katalogen feil, im vergangenen Jahr präsentierte sie ihre Immobilien auf acht Messen, schließlich wurde sie bei einer Versteigerung zur eigenen Verwunderung alle 15 angebotenen Objekte los.

Seit Anfang der Woche wird die Privatisierung auch übers Internet betrieben (www.bvvg.de), und BVVG-Geschäftsführer Walter Priesnitz ist mächtig stolz: "Wir sind ein modernes Unternehmen." Seinem Tatendrang sind aber unerwartete Grenzen gesetzt: Nach einem Brüsseler Veto gegen die Preispolitik der BVVG stoppte der Bundesfinanzminister zum Jahreswechsel alle Verkäufe an Interessenten, die nicht zum Kreis der im Zuge der Bodenreform geschädigten Alteigentümer gehören. Weder in Bonn noch in Berlin weiß man indes Genaues: Niemand hat bisher das 75-Seiten-Papier aus Brüssel gesehen.