Die gute Nachricht kam per Fax an einem Dezembermorgen um zehn Uhr. Die Redaktion des Michelin gratulierte 21 Ein-Stern-Neulingen. Für einige kam der Segen schneller als erwartet, denn sie werkeln erst seit maximal 18 Monaten als Chef in der Küche. Bisher waren die anonymen Inspektoren für ihren eher zögerlichen Umgang mit der begehrten Auszeichnung berüchtigt. Das scheint sich geändert zu haben. 20 Lokale mußten ihren Stern abgeben, zwei Neuzugänge dagegen gab es auf dem Zwei-Sterne-Niveau (La Table im Dortmunder Spielkasino und Steinheuers Restaurant zur Alten Post in Bad Neuenahr-Ahrweiler), keine Veränderungen in der Spitzenliga der drei Drei-Sterne-Köche. Bewertet wurden mehr als 8000 Hotels und 1650 Restaurants wie immer fast ausschließlich in Form von Symbolen. Nachteil für den Leser: Auch wenn der Meister am Herd längst gewechselt hat - wie der Zwei-Sterne-Koch Fritz Schilling von den Schweizer Stuben in Wertheim -, behalten die Restaurants zumindest bis zum nächsten Erscheinungstermin ihre glänzenden Orden.

Der Bib Gourmand, das lachende Michelin-Männchen, verweist auf 375 Lokale, in denen gutes und preiswertes Essen angeboten wird. Zwar machen die zahlreichen Übersichtskarten, Stadtpläne und Piktogramme das ‘uvre auf den ersten Blick etwas unüberschaubar, bieten aber auch viele nützliche Tips für abgelegene Orte der Republik.

In ihrer zweiten Ausgabe nimmt die Mannschaft des Gourmetmagazins Feinschmecker 800 Restaurants und 550 Hotels in Deutschland, 60 Lokale in sieben europäischen Ländern und 300 deutsche Weingüter unter die Lupe. Sicherlich bietet der Führer nicht die umfangreiche Adressen- und Kartenkartei eines Michelins oder Vartas. Zum einfachen Punktesystem - höchste Bewertung sind fünf Feinschmecker-Symbole - liefert das Buch komprimierte Information durch eine überschaubare Anzahl von Piktogrammen.

So lassen sich Szenelokale, Landgasthöfe und Gourmettempel auf den ersten Blick unterscheiden. Kurze Texte und einige Fotos vermitteln dem Leser einen Eindruck von Speisen, Ambiente und Service. Wünschenswert wäre, wenn man statt der Vorwortlitanei die Neuentdeckungen des Jahres auf einen Blick vorstellen würde wie beispielsweise Christian Bau von Schloß Berg in Perl (3 Punkte), Christian Jürgens vom Restaurant Am Marstall in München (3 Punkte) und Sergio Corona von der Remise in Monschau (3 Punkte). Der Feinschmecker ist übrigens der preiswerteste unter den Gourmetbegleitern.

Umfangreiche Texte, wenig Piktogramme, eine bescheidene Straßenkarte - das ist das Konzept des Gault Millau. 1468 Restaurants und 555 Hotels, einen geringen Teil davon in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Belgien, schenkten die Kritiker ihre Aufmerksamkeit. Besondere Gnade vor den sensiblen Zungen der Feinschmecker fanden sechs Lokale - ihnen verlieh man vier Mützen, die höchste Auszeichnung: Restaurant Winkler in Aschau, Schwarzwaldstube in Baiersbronn, Schweizer Stuben in Wertheim, Tantris in München, Waldhotel Sonnora in Wittlich, Zur Traube in Grevenbroich. Eine Prise Ironie, ein kleiner Schuß Sarkasmus, gepaart mit journalistischer Kompetenz machen den Gault Millau wohl zur spannendsten Lektüre.

Mit umfangreichem Kartenmaterial glänzt der Varta : 65 Seiten Reisekarten, rund 180 Citypläne, darüber hinaus Adressen, Preise und Öffnungszeiten machen ihn zu einem an Service reichen Nachschlagewerk. Drei von insgesamt 8600 Hotels blieben in der höchsten Drei-Kronen-Klassifizierung. Warum der Jagdhof Glashütte in Bad Laasphe in diesem Jahr dem Probeschlaf der Inspektoren nicht standhalten konnte, steht in den Sternen. Die drei Spitzenrestaurants, mit drei Kochmützen gekrönt, Restaurant Résidence und Benedikt in Essen, Schwarzwaldstube in Baiersbronn, Waldhotel Sonnora in Wittlich, konnten ihre Stellung behaupten. Der Varta ist mit über 13000 empfohlenen Betrieben sicher der umfangreichste unter den Guides.

Neuling unter den Wegweisern für die exquisite Lebensart ist der große Restaurant&Hotel Guide 1999 aus dem Falk-Verlag, und er bietet eine ganze Menge - zum Teil mehr für sein Geld als die übrigen. Das Repertoire beschränkt sich nicht nur auf 1160 deutsche Restaurant- und 2000 Hoteltips, sondern präsentiert darüber hinaus circa 900 Adressen in den Nachbarländern Österreich und der Schweiz. Maximal fünf Hauben für die beste Küchenleistung, fünf Sterne für das luxuriöseste Hotel und - auch das unterscheidet ihn von den anderen Ratgebern - eine Bewertung des Weinangebots und der Serviceleistung in den Gastronomiebetrieben. Eine gelungene Mischung aus üppiger Symbolsprache und mehr oder minder ausführlichen Texten.