Endlich hat auch die Mobilfunkbranche den größten Deal aller Zeiten. Der britische Anbieter Vodafone will die US-Gesellschaft Airtouch kaufen. Geht alles reibungslos über die Bühne, entsteht der größte Mobilfunker der Welt.

Der Coup der Briten dürfte die Amerikaner ziemlich irritieren. Sie fürchten, auf dem Zukunftsmarkt ins Abseits zu geraten. Kaum war die Übernahme bekannt, intervenierte US-Handelsminister William Daley bei der EU. Allerdings nahm er nicht den Deal zum Anlaß seiner Beschwerde, sondern den Plan der Europäer, einen neuen technischen Standard beim Mobilfunk zu kreieren. Eigentlich wollte sich die US-Telefongesellschaft Bell Atlantic, einer der großen regionalen Festnetzanbieter in den Vereinigten Staaten, Airtouch einverleiben. Doch nach dem stattlichen Angebot der Briten zog sich Bell Atlantic zurück. Vodafone-Chef Chris Gent läßt sich seinen Vorstoß auf den US- Markt fast 100 Milliarden Mark kosten, zum großen Teil will er mit eigenen Aktien bezahlen. Bleibt abzuwarten, ob sich für ihn das Engagement langfristig auszahlt. Für die nächsten drei Jahre hat Gent vorsorglich schon Verluste angekündigt.

Hierzulande will sich Vodafone nun von seiner Beteiligung an E-Plus trennen - der Tochter von Veba, RWE und Bell South. Ansonsten wäre der neue Mobilfunkriese gleich bei zwei deutschen Anbietern mit im Boot. Airtouch besitzt nämlich 35 Prozent an D2, der Mobilfunktocher von Mannesmann. Und die steht bedeutend besser da als der Rivale E-Plus.