Jedenfalls "ein wenig kitzeln" möchte laut Geschäftsführer Wolf E. Schneider die kleine Nachrichtenagentur ddp/ADN künftig ihren übermächtigen Konkurrenten, die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Der Grund für solche hoffnungsvollen Wünsche: Die Berliner Nachrichtenhändler haben einen neuen Eigentümer. Für knapp zehn Millionen Mark übernahm in der vergangenen Woche der private TV-Sender ProSieben die Agentur von dem bisherigen Besitzer Schneider, der Geschäftsführer bleiben soll. Einen "weiteren Millionenbetrag im unteren einstelligen Bereich" (ProSieben-Sprecher Torsten Rossmann) will sich der Münchner Sender sein neues Engagement kosten lassen. Damit soll die einstige DDR-Agentur ADN, die stark in den neuen Bundesländern ist, ihre Präsenz im Westen Deutschlands ausbauen und so neue Kunden gewinnen. ProSieben-Vorstandschef Georg Kofler will vor allem die Nachrichtenkompetenz seines Senders anheben - insbesondere bei den Online- und Videotext-Angeboten.