Was haben Sie sich nur dabei gedacht, als Sie die letzte Ausgabe der ZEIT im Jahr 1998 Kaffeesatzlesern und Spökenkiekern als Spielwiese überließen? Ich jedenfalls fand kaum etwas Lesenswertes und legte ein Blatt nach dem anderen frustriert zur Seite. Und um das Maß der Enttäuschung vollzumachen, suchte ich auch vergeblich nach dem Kreuzworträtsel im ZEITmagazin.

Siegrid Zillinger Neuwied

Bei aller Freude am Experiment sollte die Grenze zum Etikettenschwindel nicht verwischt werden. Dies geschieht jedoch, wenn auf alle aktuelle Politik, Wirtschaft verzichtet wird zugunsten intellektueller Zukunftsspielchen.

Christoph von Bismarck, Brühl

Wie froh war ich doch heute, meine gute alte ZEIT wieder erhalten zu haben. Die Jahrtausend-Nummer vorige Woche war in mehr als zehn Jahren Abonnement die erste Ausgabe, die ich bewußt nach dem ersten (stets neugierigen) Durchblättern weggelegt habe in dem Bewußtsein: "Ne, da kuckste wirklich nich' mehr rein, so 'n Kappes!" Bin ich mit 38 Lenzen zu alt für Experimentelles? Ein anderer Rheinländer wollte ja auch lieber "keine Experimente". Bleibt bei Eurem Format in jeder Hinsicht! In Treue fest

Karl Bedau, Krefeld

Ihre Ausgabe zum Jahreswechsel ist von vorne bis hinten durchzogen von düsteren Prognosen für die Zukunft, manche kann man nur abtun als Spinnerei, aber bei der Fülle der Beiträge ist der ganze Tenor so negativ, daß es mich nicht wundert, wenn junge Leser abgeschreckt werden, sie zu lesen. Warum geben Sie Autoren mit mehr Hoffnung für die Zukunft nicht mehr Raum in Ihrem Blatt, oder sind alle in das Weltuntergangsszenario verliebt?