Kathrins Vorschlag, mehr Nichtlehrer in den Unterricht einzubinden, halte ich für ein richtiges Mittel, Schule an sich praxisnäher zu gestalten. Schule muß sich weiter nach außen öffnen; viele Unternehmen und Kammern sind dazu bereit, Programme wie "Bosse als Lehrer" zeigen das.

Beim Thema Internet muß verstärkt und vorurteilsfrei der Weg des Sponsoring gegangen werden. Auch wenn sich das platt anhört: Ich sitze lieber in einem topmodernen Computerraum mit dem Coca-Cola-Schriftzug im Hintergrund als hinter dem Denkmal eines prominenten Namensgebers und Schulbüchern, die an Kulturrecycling erinnern!

Und, ganz wichtig - Kathrin hat recht, wenn sie das betont: Flexibilität ist essentiell! Diese Flexibilität, die "unten" teilweise schon eingezogen ist, muß sich nun auch nach ganz "oben", in den Behörden und Ministerien, durchsetzen: Pragmatisches Anpacken statt ideologischem Festhalten, undogmatisches Agieren statt versteiftem Weiß-nicht-wie-Reagieren - das müßten die Leitsprüche für zukünftiges Handeln in der Bildungspolitik sein.

Manuel J. Hartung, 17 Jahre Baunatal

Kathrin von Randows Worte schwingen in völligem Gleichklang mit dem Zeitgeist: Wichtiger als Fachwissen sei die Flexibilität, die Fähigkeit also, "sich auf rasch wandelnde Aufgabenbereiche einstellen zu können", schreibt sie. In unserer Gesellschaft wandelt sich die Flexibilität zu einer Art Lebensformel. Sie wird als notwendig hingenommen und steht weitgehend nicht zur Diskussion. Das ist schlimm. Denn hinter diesem harmlosen Begriff lauert eine Gefahr, die der amerikanische Soziologie Richard Sennett aufzeigt: Im Zeitalter des kurzfristigen Kapitalismus können die Menschen ihr Leben nicht mehr als eine lineare Erzählung begreifen. Ganz konkret heißt das: Ein Hochschulabsolvent muß heute darauf gefaßt sein, im Laufe seines Lebens ständig den Arbeitgeber zu wechseln. Eine Folge ist, daß die Beziehung zum Arbeitgeber oberflächlich wird, ebenso zu den Nachbarn, wohnt man doch nur ein paar Jahre am selben Ort. Vertrauen, Loyalität und jede tiefere menschliche Beziehung werden auf diese Weise im Keim erstickt. Das gilt auch für das Verhältnis der Arbeitskollegen untereinander. Auf Managementschulen wird heute schon gelehrt, daß Arbeitnehmer, die in Teams zusammenarbeiten, nach spätestens acht Monaten wieder auseinandergerissen werden sollen. Aber auch innerhalb der Familie führt diese flexible Lebensart zu Konflikten: Wie will ein Vater seinem Kind Gradlinigkeit und Zielstrebigkeit nahebringen, wenn es ihm sein Beruf nicht erlaubt, dies vorzuleben?

Henrik Gast, 19 Jahre Hatten