Defizite sind rot. Für Buchhalter mag das eine Binsenweisheit sein. Aber jetzt ist die Sache empirisch belegt - dank der guten alten Deutschen Bank. Die hat sich die Mühe gemacht, alle Defizite zu untersuchen, die sich in Europas Staatshaushalten seit 1970 angesammelt haben. Jahr für Jahr, Million für Million, Parteibuch für Parteibuch.

Heraus kam, was zu befürchten war: Wenn Rot regiert, regiert das Chaos. Linke Parteien, so muß die Deutsche Bank feststellen, haben "während ihrer Regierungszeit seit 1970 im Durchschnitt ein strukturelles Defizit von knapp 4 Prozent des BIP erwirtschaftet". Wie großartig stehen dagegen die konservativen Regierungen da. Ihnen ist es wahrhaftig gelungen, so die Bank, seit 1970 "nur einen durchschnittlichen Fehlbetrag von etwas mehr als 3,5 Prozent des BIP zu tolerieren".

Das ist der Unterschied. Während die Konservativen ganz tolerant kleine Fehlbeträge tolerieren, erwirtschaften die Linken strukturelle Budgetdefizite riesigen Ausmaßes. Nur gut, daß es die Deutsche Bank gibt, die aller Welt die Augen öffnet.

Oskar und seine roten Brüder mögen einwenden, daß die Deutsche Bank bei roten Defiziten einfach auf- und bei schwarzen Fehlbeträgen abgerundet hat. Oder daß zur Zeit der Ölkrisen, als höhere Staatsausgaben unausweichlich waren, zufällig fast überall die Linken regierten. Oder daß andere Forscher zu ganz anderen Resultaten kommen. Die Engländer Alesina, Roubini und Cohen etwa, die in einer Analyse des Zeitraumes 1960 bis 1993 aufzeigen, daß linke Regierungen nicht schlechter wirtschaften als rechte.

Aber mit solchen Tricks können sich die Roten nicht herausreden. Das Urteil der Deutschen Bank ist überdeutlich: Die "empirische Evidenz" ihrer Studie spreche eindeutig "für eine konservative Wirtschaftspolitik von Mitte-rechts-Regierungen". Bloß weg mit Oskar. Am besten sollte man ihn zum Nachhilfeunterricht in Sachen Geld schicken. Vielleicht zu einem gewissen Jürgen Schneider. Oder zu einem anderen großen Finanzier, der bei der Deutschen Bank gelernt hat, wie man mit Geld umgeht. Ohne Defizit, versteht sich.