Der peinliche Rekord ist, kaum aufgestellt, bereits eingestellt worden. Eben war in den Vereinigten Staaten die 500. Hinrichtung nach der neuerlichen Freigabe durch den Supreme Court vollzogen, da ging es schon wieder weiter. In der vorigen Woche wurde in Texas der 36 Jahre alte Troy Dale Farris mit einer Giftspritze ums Leben gebracht.

Und dieser Fall zeigt: Selbst in der prinzipiell skandalösen Praxis der Todesstrafe gibt es noch Differenzierungen - zum noch Skandalöseren. Im Fall Farris hatte - wie die Justiz selbst eingestand - die Polizei am Tatort schlampig gearbeitet, war Beweismaterial verlorengegangen, hatten Zeugen einander widersprochen. Gegen das Opfer des Justizmordes lagen keine Indizien vor. Das Urteil stützte sich allein auf die Aussage eines Mitangeklagten, der sich damit freikaufte. Nicht einmal der Begnadigungsausschuß votierte, ungewöhnlich genug, einmütig für die Hinrichtung. Aber George Bush jr., der Gouverneur, will vielleicht Präsident werden. Gnadenlos.

Selbst Erben im vormaligen Reich des Bösen, die Herrscher in Moskau, haben dem Europarat den Verzicht auf die Todesstrafe immerhin versprochen. Und die einzige Weltmacht, die moralische?