Eine kleine genetische Veränderung kann Schlangen Beine wachsen lassen. Diese Entdeckung machten Marty Cohn und Cheryll Tickle von den englischen Universitäten Reading und Dundee bei Experimenten mit Python-Embryos. Die Python ist eine der wenigen Schlangen, bei denen die Extremitäten noch rudimentär nachweisbar sind.

Mit Hilfe fluoreszierender Markerstoffe haben die Forscher ein spezielles sogenanntes Hox-Gen identifiziert, das bei Schlangen gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt Rippen entstehen läßt. Darüber hinaus fanden sie ein zweites Gen, das in Reptilien vordere Gliedmaßen wachsen lassen kann. Der Python fehlen jedoch die entsprechenden Genprodukte, in diesem Fall Wachstumsfaktoren, glauben die Forscher. Zur Überprüfung ihrer These übertrugen sie solche Faktoren von anderen Tieren in die Python-Embryos. Bei einem Drittel der Versuchstiere wurde dadurch innerhalb von 24 Stunden die Bildung von vorderen Gliedmaßen ausgelöst. Der Versuch belegt nach Meinung der Forscher, daß in Schlangen noch alle genetischen Bedingungen für Extremitäten vorhanden sind.