Als erstes Parlament der Welt verabschiedete das dänische Folketing im Juni 1989 ein Gesetz, das die "registrierte Partnerschaft" zwischen Homosexuellen einer Ehe zwischen Mann und Frau gleichstellt. Allerdings dürfen "registrierte Partner", im Gegensatz zu Ehepaaren, keine Kinder adoptieren. Und wenn ein Homosexueller ein Kind in eine "registrierte Partnerschaft" einbringt, erwirbt der andere Partner keine Elternrechte. Viele lesbische Frauen empfinden es außerdem als ungerecht, daß sie nicht das Recht haben, sich im staatlichen Gesundheitswesen gratis befruchten zu lassen; verheirateten Frauen steht diese Möglichkeit offen.

Auch auf der Ebene der Symbole sind Dänemarks Homosexuelle bei ihrem Kampf um Gleichstellung vorangekommen. Immerhin rang sich die Bischofskonferenz der Volkskirche im Oktober 1997 dazu durch, daß Priester die Schließung einer registrierten Partnerschaft mit einem dem Gottesdienst ähnlichen Ritus in der Kirche "markieren" dürfen. Die Bischöfe versuchten damit, einen Kompromiß zwischen den verschiedenen Flügeln innerhalb der Kirche zu finden. Liberale Kirchenmänner wie Roskildes Bischof Jan Lindhardt hatten ein kirchliches Trauungsritual befürwortet. Die Fundamentalisten der Inneren Mission dagegen stuften homosexuelle Beziehungen unter Berufung auf das Alte Testament als "abscheulich" ein - und fanden dabei die Unterstützung einer stattlichen Anzahl konservativer und kirchentreuer Dänen.