Hamburger essen, bis man fast platzt - doch das einzige, was zulegt, ist das eigene Wertpapierdepot? Turnschuhe kaufen, ins Kino gehen - und damit den eigenen Kontostand in die Höhe treiben? Was abenteuerlich klingt, gilt als zugkräftiges Verkaufsargument von Investmentfonds: Wenn Teens und Twens schon kräftig Geld ausgeben, dann lohnt es sich für die jungen Konsumenten doch auch, ein paar Aktien zu besitzen. Und zwar Papiere all jener Unternehmen, für deren Produkte sie ihr Taschengeld ausgeben.

Mit speziellen Fonds, die Aktien wie McDonald's, Coca-Cola oder Disney im Portfolio haben, versuchen Investmentgesellschaften, gerade jüngere Anleger als Kunden zu gewinnen. Die Erfolgschancen dieser Fonds aber sind umstritten: Kritiker monieren, daß bei der Auswahl der Aktien zuerst auf schicke Namen und dann erst auf den maximalen Ertrag geachtet werde.

Rund 150 Milliarden Mark haben allein die 6- bis 24jährigen pro Jahr in Deutschland zur Verfügung. Geld, das entweder ausgegeben oder gespart wird. Für die Banken sind die Schüler, Studenten und jungen Berufstätigen eine attraktive Zielgruppe: Wer sich für einen Anbieter von kostenlosem Girokonto oder speziellem Aktienfonds entschieden hat, bleibt diesem meist als Kunde erhalten - und wird dort den ersten Kredit aufnehmen oder einen Fonds für die Altersvorsorge zeichnen.

Fast acht Prozent aller Teenager besitzen bereits Aktien

Zudem lassen sich mit dem biederen Sparbuch kaum noch Kunden fangen. Zwar verfügen laut einer Studie des Münchner Forschungsinstituts Youngcom noch über 60 Prozent der 13- bis 20jährigen über die niedrigverzinste Buch-Haltung. Fast 8 Prozent aber besitzen bereits eigene Aktien - damit liegt der Anteil der börsenbegeisterten Jugendlichen schon über der Aktionärsquote der gesamten Bevölkerung. Bei den 21- bis 29jährigen haben sogar knapp 16 Prozent Aktien gezeichnet. Da wundert es nicht, daß die Fonds verstärkt auf junge Anleger zielen.

Mehr als 72 Millionen Mark hat die luxemburgische Investmentgesellschaft Gamax Management mit ihrem Fonds Junior eingesammelt. Auch die Gamax-Fondsmanager investieren das Geld der Jugendlichen nur in Aktien, "die weltweit bei Teens und Twens den besten Ruf haben". Dazu gehören die schwedische Modekette Hennes & Mauritz, der Internet-Dienst Yahoo oder auch der britische Fußballclub Manchester United.

An sportbegeisterte Anleger - und damit in erster Linie wohl auch an ein jüngeres Publikum - richtet sich der einzige deutsche Sportfonds UniSport50Plus. Den hat die von den Genossenschaftsbanken getragene Union Investment aufgelegt. Fondsmanager Thomas Jökel setzt auf Aktien des US-Modeschöpfers Tommy Hilfiger, des japanischen Rad-Experten Shimano oder das Adidas-Salomon-Papier. Der Markt für Sportartikel, so das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger, bleibe ein Wachstumsbereich.