Ab die Post: Nur rund eineinhalb Jahre durfte Dieter Boening die Geschäfte der Postbank führen, jetzt muß er gehen. Die Trennung in "bestem gegenseitigen Einvernehmen" war abzusehen. Denn Anfang Dezember hatte Bonn entschieden, daß die Kapitalmehrheit der Postbank an die gelbe Post geht. Demgegenüber verfolgte Boening den Plan, das Geldhaus von dem Kurier-Unternehmen abzunabeln und mit einer anderen Bank zu verbinden. Als Nachfolger des widerspenstigen Vorstandsvorsitzenden präsentierte Post-Chef Klaus Zumwinkel nun einen Manager, der auf seiner Wellenlinie liegen dürfte: Wulf von Schimmelmann war wie er einst bei der Beratungsgesellschaft McKinsey & Co. beschäftigt. Allerdings übertrieb Zumwinkel etwas, als er Schimmelmanns "große Erfahrung" im Filialgeschäft rühmte. Der neue Postbank-Chef saß zwar früher im Führungsgremium einer großen Sparkasse, hatte aber später als Vorstandsmitglied der DG Bank und der BHF-Bank mit dem Privatkundengeschäft nur wenig zu tun. Nun soll er der Postbank "neue Produkt- und Geschäftsfelder erschließen". Wo die liegen, bleibt allerdings offen.