Von einer öffentlichen Disziplinierungsmaßnahme wurde an dieser Stelle in der letzten Woche berichtet. Jürgen Schrempp, so hieß es, der Herr im Hause Mercedes und Halbherr im Hause DaimlerChrysler, habe beim Münchner Jubiläumskonzert des Bundesjugendorchesters auf unflätige Worte des Dirigenten mit der Verweigerung künftiger Subventionen (Mercedes hatte 10 000 Mark spendiert und 150 Konzertkarten erworben!) gedroht, falls sich das Orchester nicht von seinem Dirigenten trenne. Alles in Ordnung beziehungsweise nicht in Ordnung. Nun war diese Entzugsdrohung aber nicht von Jürgen, sondern von Wolfgang Schrempp ausgesprochen worden. Sorry, Jürgen! Allerdings: So weit sind Jürgen und Wolfgang nun auch wieder nicht voneinander entfernt, Brüder sind sie und doppelt brüderlich vereint durch den Mercedes-Stern, unter dem sie beide arbeiten. Noch einen dritten Bruder gibt es, und der ist auch sehr tüchtig, auf dem Online-Markt. Und manchmal seufzen alle drei, daß ihnen Vetterleswirtschaft vorgeworfen wird. Da muß man durch. Hauptsache: Es bleibt in der Familie.