Mit seiner Entscheidung, einen Tiefausläufer vom Atlantik Axel zu nennen, hat der Fernsehmoderator Jörg Kachelmann Anfang des Jahres das deutsche Wetterberichtswesen in eine Krise gestürzt. Bis dahin hatten Tiefdruckgebiete im Fernsehen ausschließlich Frauennamen bekommen. In der vergangenen Woche überschlugen sich die Ereignisse.

Freitag, 1.34 Uhr, dpa. Der "Geschlechterkampf" an der Wetterfront um die Benennung von Hoch- und Tiefdruckgebieten geht bei der ARD in die letzte Runde. "Das Allerwichtigste ist, daß die Zuschauer endlich Klarheit haben", sagt der Programmdirektor des Hessischen Rundfunks, Hans-Werner Conrad.

Sonnabend, 4.18 Uhr, dpa. Kachelmann agiere unwissenschaftlich und täusche die Öffentlichkeit, sagte Professor Werner Wehry vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin. "Die Tiefdruckgebiete jetzt auch männlich zu benennen ist pure Augenwischerei." Einer Entscheidung der ARD-Programmdirektoren sehe er gelassen entgegen.

Sonntag, 9.58 Uhr, dpa. Kachelmann wehrte sich entschieden gegen die Vorwürfe. Es sei international üblich, Tiefdruckgebiete mit männlichen und weiblichen Vornamen zu benennen, sagte er.

Montag, 23.04 Uhr, dpa (Vorausmeldung). Die ARD will sich heute (Dienstag) im Streit um die Bezeichnung von Hoch- und Tiefdruckgebieten auf eine gemeinsame Lösung verständigen.

Dienstag, 6.19 Uhr, dpa. Zur strittigen Frage der Diskriminierung von Frauen durch die in Deutschland üblichen weiblichen Namen für Tiefdruckgebiete sagte Dieter von Bargen vom Deutschen Wetterdienst, dies sei von der Wetterexpertin Dr. Karla Wege eingeführt worden.

Dienstag, 15.43 Uhr, dpa. Die Berichterstattung über die Sitzung der ARD-Programmdirektoren in München zur Benennung der Tiefdruckgebiete verzögert sich.