Wie teuer darf die Arbeit sein? Sieht man die Summe aus Preisanstieg und Produktivitätswachstum als "kostenneutralen Verteilungsspielraum" an, dann sind die deutschen Arbeitnehmer in den vergangenen zwei Jahrzehnten reichlich knapp weggekommen. Vor allem in den neunziger Jahren hat sich die Schere zwischen dieser Kennzahl und den Bruttoeinkommen der Beschäftigten weiter geöffnet, und dank steigender Steuern und Abgaben sind die realen Nettoeinkommen bisweilen sogar gesunken. Viele Ökonomen legen allerdings strengere Maßstäbe an: Demnach ist der Arbeitslosigkeit nur beizukommen, wenn die Lohnerhöhungen über längere Zeit unter dem Produktivitätswachstum bleiben. Und das war nur in den vergangenen drei Jahren der Fall.