Was werden sie wohl denken, die Archäologen des ausgehenden dritten Jahrtausends, wenn sie in unserem Hausmüll nach Artefakten unserer Trinkkultur fahnden? Ziemlich unwahrscheinlich, daß sie die Deutschen dann noch als ein Volk identifizieren, das seine Feste gerne mit einem schönen Pils oder einem süffigen Hellen begoß. Zum einen nämlich läßt der Bierdurst seit Jahren kontinuierlich nach - 1998 erneut um drei Prozent -, zum anderen aber dürften sich in unserem Müll bald kaum noch Bierflaschen finden. Nachdem die Kids schon reihenweise zur Blechdose übergelaufen sind, scheint das Ende der guten alten Glasflasche eingeläutet. Eine Großbrauerei aus Saarbrücken bringt jetzt die Plastikflasche auf den Markt. Die sei leichter, recycelbar und auch noch wiederverschließbar. Erfolgreich getestet haben sie ihre Plastikplörre schon im Osten Frankreichs. Richtige Bierkultur kann man ja dort nicht erwarten. Aber auch der edle Bordeaux aus der Fünf-Liter-Plastikbox ist ja schon über die Grenze geschwappt. Ade du schöne Glasflasche, ade teutsche Trinkkultur.