Arn Strohmeyer: Der Mitläufer. Manfred Hausmann und der Nationalsozialismus; Donat Verlag, Bremen 1999; 95 S., 18,- DM Dieses kleine Buch hat es in sich. Es räumt mit einer Legende auf - der vom aufrechten Dichter Manfred Hausmann, der, allen Anfechtungen des Nationalsozialismus trotzend, die Jahre der Diktatur in selbstgewählter Worpsweder Einsamkeit zubrachte. Arn Strohmeyer zeigt, daß auch der Autor von Abel mit der Mundharmonika, wie viele seiner Kollegen, sich mit den braunen Machthabern durchaus zu arrangieren wußte. 1936 diente er ihnen als Berichterstatter der Olympia-Zeitung. Und in einem Artikel Sport und Krieg aus dem Jahre 1940 pries er den "kriegerischen Zustand als Ausdruck einer menschlichen, insbesondere einer männlichen Haltung". Und dieser Mitläufer, der er zumindest zeitweise war, besaß die Stirn, nach dem Kriege dem Emigranten Thomas Mann die moralische Berechtigung abzusprechen, über jene zu urteilen, die im Lande geblieben waren und "noch nie dagewesene Bedrängnisse" hätten erdulden müssen.

Cornelius Torp: Max Weber und die preußischen Junker. Mohr Siebeck, Tübingen 1998; 149 S., 39,- DM Max Weber mochte die preußischen Junker nicht. Die Kritik an ihnen durchzieht sein Werk wie ein roter Faden. Cornelius Torp hat die verstreuten Äußerungen gesammelt und sorgfältig analysiert. Als deren Kern schält er heraus: Obwohl ökonomisch auf dem absteigenden Ast, habe es der ostelbische Landadel verstanden, seine überkommene Vorherrschaft in Staat und Gesellschaft zu verteidigen und jede Entwicklung in Richtung auf Parlamentarisierung und Demokratisierung zu blockieren. Bis heute ist Webers scharfsinniges Urteil für eine gesellschaftsgeschichtliche Interpretation des deutschen Kaiserreichs unverzichtbar.