die zeit: Sie sind Molekularbiologin und schon mit 31 Jahren Professorin geworden - wann haben Sie dann Abitur gemacht, mit 15?

Heike L. Pahl: Nein, ganz normal mit 18. Aber meine Eltern haben mich in Berlin auf die internationale John F.-Kennedy-Schule geschickt. Danach habe ich in den USA studiert, auf dem Wellesley College in der Nähe von Boston, einer Universität nur für Frauen. Interessanterweise hat man herausgefunden, daß die Frauen, die in Wellesley studiert haben, eher leitende Positionen erreichen als Frauen von gemischten Unis. Die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright hat auch dort studiert.

zeit: Wie lange hat das Studium gedauert?

Pahl: Ich habe einen Bachelor gemacht, das dauert in den USA normalerweise vier Jahre. Ein Jahr habe ich durch mein deutsches Abitur gutgeschrieben bekommen. Außerdem habe ich pro Semester einen Kurs mehr besucht als vorgesehen. So war ich nach zwei Jahren fertig.

zeit: Mit einem Bachelor allein wird man in Deutschland aber auch nicht schneller Professorin.

Pahl: Stimmt, ein amerikanischer Bachelor wird hier nicht als akademischer Titel anerkannt. Deshalb bin ich nach dem Abschluß in den USA geblieben und habe in einem PHD-Programm in Harvard erst den Master und dann den Doktor gemacht. Damit bin ich vor sechs Jahren nach Deutschland zurückgegangen und habe mich hier habilitiert. Anfang vergangenen Jahres kam dann der Ruf nach Freiburg.

zeit: Dort sind Sie jetzt wahrscheinlich jünger als manche Ihrer Studenten.