Mit großem Eifer arbeitet das russische Militär an der Wiederherstellung seiner Ehre. Nach all den Demütigungen der vergangenen Jahre - man erinnere sich an die Bilder hungernder Soldaten - können die Generäle in Moskau wieder etwas vorweisen. Im vergangenen Dezember wurden zehn neuartige Topol-M-Atomraketen in Dienst genommen. Und jetzt kam der zweite Schlag: In Gegenwart des russischen Verteidigungsministers Igor Sergejew wurde ein Tarnkappenflugzeug vorgestellt - eine Schöpfung, die sogar dem amerikanischen Stealth-Bomber F-22 überlegen sein soll.

Den Jet hat freilich noch niemand in der Luft gesehen. Aber das ist auch nicht entscheidend. Die russische Rüstungsindustrie leidet unter Geldmangel, und wenn das Verteidigungsministerium nun mehr Geld zur Produktion der Jets bekommt, ist das den Ingenieuren und den Militärs recht. Fachleuten war bei der Päsentation allerdings aufgefallen, daß dem Jet die anatomische Beschaffenheit eines Tarnkappenbombers fehle.

Die Erklärung war in der Zeitung zu lesen: Ziel sei, das Flugzeug in einer Plasma-Wolke vor feindlichem Radar zu verbergen. Allerdings sei diese Erfindung ebenfalls nicht abschließend getestet. Bleibt zu hoffen, daß wenigstens die Atomraketen abschließend geprüft worden sind.