Aus 69 Gramm gefrorenem Fleisch haben amerikanische Genetiker das Schicksal eines Wals rekonstruiert (Nature, Bd. 397, S. 307). Sie hatten das Walfleisch 1993 in einem Supermarkt im japanischen Osaka gekauft. Eine Genanalyse ergab: Es stammte von einem Wal, den Isländer vier Jahre zuvor harpuniert hatten - angeblich zu Forschungszwecken. Das gefrorene Fleisch des getöteten Wals gelangte vermutlich 1990 mit einer Lieferung nach Japan. Den Import hatten sich die Japaner durch eine Ausnahmeregelung bei der Unterzeichnung der Walschutzverträge ermöglicht. Die traurige Walgeschichte zeigt, wie leicht die internationalen Verträge zum Schutz bedrohter Tiere unterlaufen werden können.