Voraus ist das Denken dem Schreiben immer. Ist es ihm ständig weit voraus, so hat der Leser einerseits seine Freude: Er wird Zeuge, wie jemandem die Gedanken nur so sprudeln. Andererseits? Wirken sich überstürzende Sätze voller eingeflickter Nebengedanken zerfahren, als nehme da jemand die eigenen Gedanken nicht ernst genug, um bei ihnen auszuharren, bis der Satz hingeschrieben ist. Das sei nun aber wirklich die reine Unterstellung? Die Gedankeneile verrät sich untrüglich durch falsche syntaktische und logische Bezüge. "... während [B.] die 'Gerechtigkeitsliebe' schauderte und die 'Zertrümmerung des bourgeoisen Staatsapparates' vermißte." (B. mutiert vom Akkusativ zum Nominativ.) "Erst die Erlebnisse des [Z.], 'die schwerste Zeit meines Lebens', abwechselnd in S., V., L. und S., in deren Verlauf er aggressivstem Antisemitismus ausgesetzt war, weswegen er sich als 'Zivilgefangenen und staatenlosen Ausländer' empfand, brachte den Umbruch." "... sogar der mächtige Kulturminister [verbot] die eigenen frühen, weil expressionistischen Gedichte." (Sie waren nicht früh, weil sie expressionistisch waren, sondern wurden deswegen verboten.) Einen Tusch der Langsamkeit.